BJB-Kirchberg

Chronik

Von der Gründung im Mai 1950 bis heute

Um 1950 herum, als die Spuren des großen Zusammenbruchs noch nicht
beseitigt waren, die Jugend noch ziellos der Verflachung verfiel und moralisch
immer weiter zu sinken drohte, fanden sich auf Anregung des Bayerischen
Bauernverbandes, kurz vorher aus der Gefangenschaft heimgekehrte Burschen
und aufgeweckte, gleichgesinnte Mädchen zusammen und gründeten die
ersten Landjugendgruppen im Bayerischen Bauernverband (BBV).
Diese sollten die berufsständischen Interessen des Bauernverbandes vertreten.
Um die enge Verbindung auch nach außen hin zu zeigen, gehörten damals die
Ortsobmänner des BBV zum Vorstand der örtlichen Jugendgruppen und
umgekehrt waren die Obmänner der Landjugend mit Sitz und Stimme in den
Organen des BBV integriert.
So war es auch in Kirchberg im Frühjahr 1950, als sich einige junge Männer
und Frauen aus einer bestehenden Theatergruppe, die damals vornehmlich
Singspiele aufgeführt hatten, entschlossen haben eine Jugendgruppe zu
gründen. Die genaue Geburtsstunde der Landjugendgruppe Kirchberg dürfte
in den ersten Maitagen 1950 gewesen sein. Sie war damit die erste
Landjugendgruppe im damaligen Landkreis Vilsbiburg. Etwa genau so alt sind
die benachbarten Gruppen BJB Jenkofen und BJB Grafenhaun, zu denen es
seit jeher gute Kontakte gibt.
Die Anfangsjahre gestalteten sich recht schwierig. Wiederaufbau und fehlende
Mittel für Veranstaltungen und Lehrgänge stellten die Gruppe immer wieder
vor neue Herausforderungen und erschwerten die Aufgabe der Obmänner, die
Gruppe zusammenzuhalten und ihre Begeisterung zu wecken.
Leider gibt es aus den ersten Jahren fast keine Niederschriften aus denen
ersichtlich wird, mit welchen Problemen die Gründungsmitglieder kämpfen
mußten und wie sie es geschafft haben ein Vereinsleben zu organisieren.
Kurz vor der Auflösung stand unsere Gruppe, als sie 1952 in eine
Auseinandersetzung mit der GEMA geraten ist. Gemäß eines Rundschreibens
vom Bauernverband, mußten die Landjugendgruppen keine Gebühren an die
GEMA abführen, was dann bei den Tanzveranstaltungen auch unterlassen
wurde. Dies führte zum Rechtsstreit, der bis nach Hannover vor das
Bundesjugendgericht getragen wurde.
Der Streitfall wurde letztendlich verloren und unsereGruppe wurde zur
Zahlung von ca. 1200 DM verurteilt. Diese hohe Geldstrafe hätte
wahrscheinlich das "Aus" für die Gruppe bedeutet, doch der Bauernverband
hat die Zahlung übernommen und so ermöglicht, daß die Landjugendgruppe
im Frühling 1952 wieder neu zu errichtet werden konnte.
Es gehörte schon etwas Mut und Ausdauer dazu, die enttäuschten Burschen
und Mädchen wieder zur Jugendarbeit zu gewinnen. Die erste Versammlung,
die im März 1952 stattfand und zum Zwecke einer Neuwahl eines Obmanns,
Schriftführers und Kassiers dienen sollte, wurde bloß von 5 Burschen besucht.
Ein Programm für die folgenden Versammlungen wurde aufgestellt, zudem
auch eine Tanzveranstaltung und Errichtung eines Maibaumes, um wieder
Leute zu unserer Organisation zu gewinnen, mit einbegriffen war.
Als erster Obmann nach dem "Neubeginn" wurde Lorenz Sedlmeyer gewählt.
Mit viel Geschick und guten Ideen, leitete er die Gruppe auch die nächsten
Jahre bis 1957. Durch seinen Einsatz konnte die Landjugendgruppe schnell
wachsen und ein abwechslungsreiches Programm, bei dem die Mitglieder
gerne aktiv mitgearbeitet haben, wurde auf die Beine gestellt.
Bei dieser Gelegenheit sei Herrn Lorenz Sedlmeyer herzlich gedankt, der
immer noch ein offenes Ohr für die Landjugend hat und interessiert das
Geschehen der heutigen Gruppe verfolgt.
Die erwähnten Veranstaltungen, Tanz und "Maibaum aufstellen" fanden dann
am 23. und 29. April in schlichter Aufmachung, aber nicht ohne Erfolg, statt.
Wenn auch keine günstigen finanziellen Ergebnisse erzielt werden konnten, so
hatte die Gruppe doch einen Neuzugang von 15 Burschen und 6 Mädchen zu
verzeichnen. Durch laufend abgehaltene Zusammentreffen mit musikalischer
Unterhaltung und Fachvorträge wuchs das Interesse und die Mitgliederzahl.
Mit ihrer Zielsetzung, die jungen Leute fachlich, kulturell und politisch zu
schulen und sie musisch zu betreuen erzielte die Landjugend beachtliche
Erfolge. Ganz auf sich gestellt, ohne eine Mark aus öffentlichen Geldern,
kaufte die Gruppe ein Klavier, finanzierte Bildungskurse für ihre Mitglieder,
organisierte Jugendtreffen im In- und Ausland und steuerte auch ein
Schärflein für die Jungbauernschaftsschule in Grainau bei.
Aus heutiger Sicht ist es kaum vorstellbar, welche Aufbruchstimmung damals
herrschte und mit wieviel Begeisterung die Mitglieder zu Rande gingen. Es
wurden Ferkel- und Kälberaufzuchtwettbewerbe und Kurse im Melken,
Mähen und Schleifen durchgeführt. Die Mädchen haben sich im Blumen- und
Kükenaufzuchtwettbewerb gemessen und zusammen Koch- und Nähkurse
durchgeführt.

Nach zweijähriger Anlaufphase zählte die Landjugend des Bayerischen
Bauernverbandes, Gruppe Kirchberg, bereits 45 Mitglieder. Dies war der
Anlaß ab Oktober 1952 ein Gedenkbuch zu führen. Noch im selben Jahr
wurde für die Allgemeinheit eine Bibliothek errichtet, welche sehr großen
Anklang fand.

Durch die steigende Mitgliederzahl wurde man gezwungen, eine Verordnung
in Kraft zu setzen.
Aus einem Tätigkeitsbericht:
"Mit dem Beginn des Jahres 1953 trat ein eigenmächtig für unsere Gruppe
aufgestelltes Gesetz in Kraft, daß alle Mitglieder, denen 1. Das bürgerliche
Ehrenrecht aberkannt ist, 2. Die durch unanständiges Verhalten das Ansehen
der Gruppe gefährden, 3. Die drei Versammlungen ohne
Entschuldigungsgrund fernbleiben, einfach entlassen werden.
Mit dem Einsetzen der Verordnung kam es bald zu einem schnellen Rückgang
der Mitgliederzahl in der Gruppe. Aber je kleiner, desto eifriger wurde das
Häuflein, das gegenseitige Vertrauen (Verständnis) und die Zuverlässigkeit
jedes Einzelnen wuchs merklich an.
Wenn wir uns vielleicht durch die Maßnahme nicht verdient gemacht hätten,
so ist doch die sehr starke Zunahme der Aktivität sowie die respektable
Achtung, die wir bei manchen Kreisen unserer Bevölkerung erlangen, ein sehr
lohnender Ausgleich für die Mitgliedereinbuße, die wir durch unsere
Maßnahme erlitten haben .... "
Im September 1953 unterrichtete BBV Präsident Dr. Rothermel die
Landesvorstandschaft der Landjugend, daß der Bayerische Bauernverband in
seiner Landesversammlung in Regensburg den Beschluß fassen würde, die
Landjugend des Bayerischen Bauemverbandes als eigenständige
berufs ständige Jugendorganisation aufzulösen. Diese Entscheidung fiel am 24.
Oktober 1953.
Die Landjugendmitglieder waren mit diesem Beschluß heimatlos. Doch durch
Einsatz führender Personen wurden im November die Grundlangen für die
Gründung der Bayerischen Jungbauernschaft gelegt.
Die BJB war nun Nachfolgeorganisation der Bauernverbands-Landjugend. Als
solche wurde sie nicht nur akzeptiert, sondern auch angefeindet, wie das durch
zahlreiche Dokumente aus jenen Tagen belegbar ist. Besonders unter Beschuß
geraten sind die BJB's durch die katholische Kirche, deren Vertreter immer
wieder versucht haben die Landjugendmitglieder zu ihrer Organisation
(KLJB) überzuführen. Es kam sogar soweit, daß in jeder Jugendgruppe eine
Abstimmung stattfinden mußte, ob Jungbauernschaft oder Kath. Landjugend.
Eine besondere Unterstützung in dieser schwierigen Anfangszeit erfuhr die
Jungbauernschaft durch Dr. Egger vom BBV, Toni Beck erster Vorsitzender
der Landesgemeinschaft Bayerische Jungbauernschaft und von den ersten
Bezirksvorsitzenden, Fr. Wilma Sakowski, geb. Meyerhofer und Herrn Georg
Spornraft.

Anlaß eines großen Festes war der Landjugendtag 1953, der in Kirchberg
stattfand. Den vielen Gästen wurde ein abwechslungsreiches Programm
geboten.

Um die Bevölkerung besser über das Geschehen in der Landjugend zu
informieren, führte man 1954 den Pressedienst ein. So konnte man noch im
selben Jahr der Zeitung entnehmen:
Schubkarrengeschicklichkeitsrennen mit anschließendem Tanz
Bunter Familienabend
Theateraufführung
Landwirtschaftliche Kurse
Garten-, Pflanz-, Zuschneide- und Veredelungskurse
Preiswettbewerb in Geflügelzerteilung aufKreisebene
(1. Preis für ein Mitglied der BJB Kirchberg)
Lehrausflug

Vom 1. Februar bis 5. April 1955 wurde von der BJB Kirchberg ein "Erste-
Hilfe-Kurs" unter Leitung von Dr. Riedl, prakt. Arzt von Gerzen, abgehalten.
Unter Beisein des Landrats Dr. Hartl und Kreisarzt Dr. Huebner wurden 20
Mädchen und Burschen einer Prüfung unterzogen. Somit wurde auch gleich
der Grundstein einer Rotkreuzstelle in Kirchberg gelegt, deren Gründungsfeier
am 16. April in Form eines Dorfgemeinschaftsabends stattfand, bei der
sämtliche Rotkreuzstellen des Landkreises mit ihren Ärzten sowie den
führenden Persönlichkeiten des Landkreises anwesend waren.
Im gleichen Jahr fand das 1. Internationale Treffen mit einer anderen
Landjugendgruppe statt. Die BJB fuhr mit einem bis auf den letzten Platz
gefüllten Autobus nach Innsbruck. Nicht nur die Kirchberger, sondern auch
die Jungbauernschaftgruppe Mutters aus Tirol, war von diesem Wochenende
begeistert.
Zusammen mit dem Landwirtschaftsamt Vilsbiburg konnte unsere BJB 1958,
unter Obmann JosefMeindl, das erste Schlepperleistungsfahren im Landkreis
durchführen. Für die 14 Teilnehmer wurde eine Prüfstrecke ausgearbeitet, die
aus verschieden schwierigen Disziplinen bestand. Insgesamt mußten 10
Aufgaben mit Traktor und Anhänger bewältigt werden, wie S-Kurve fahren,
rückwärts einparken, am Hang entlangfahren und während der Fahrt nach
einer aufgehängten Wurst schnappen. Aber auch die Theorie wurde geprüft, in
dem jeder Teilnehmer zwei Fragen zum Traktor beantworten mußte.
Dem lustigen Spektakel folgten ca. 500 Schaulustige.

Die ständigen Auseinandersetzungen mit der kath. Kirche haben dazu geführt,
daß kaum eine Landjugendgruppe vor 1960, eine geweihte Fahne bekommen
hat. Nur dem guten Kontakt und dem Verständnis unseres Dorfgeistlichen zur
BIß und dem Einsatz unseres damaligen Vorsitzenden JosefMeindl, ist es zu
verdanken, daß Kirchberg als eine der ersten BJB's eine Fahenweihe
durchführen konnte.
Am 12.7.1959 beging der kleine Ort Kirchberg den festlichen Tag der
Fahnenweihe. Bereits um 8.00 Uhr wurden die auswärtigen Vereine durch die
verstärkte Blaskapelle Sepp Bauer eingeholt und zum Herbergslokal
Sedlmeier geleitet. Dort erfolgte die Aufstellung zum Kirchenzug. Den Zug
eröffnete die Musikkapelle, dann folgten Schirmherr Landrat Dr. Hartl,
Senator Sturm, die Gemeinderäte, die Gastvereine und schließlich die
Jungbauernschaft Kirchberg mit der noch verhüllten neuen Fahne.
In der Kirche wurden die Fahnen des Patenvereins Grafenhaun und des
Festvereins vor dem Altar aufgestellt. Pfarrer Ruß zelebrierte eine h1. Messe
für die verstorbenen Mitglieder der Jungbauernschaft. In seiner Ansprache
führte der Geistliche aus, die Fahne sei das beste Sinnbild des Zusammenhalts.
Der Bauernberuf sei der schönste und älteste Beruf. Ihm müsse man gerade
jetzt die Treue halten, in einer Zeit, da viele der Scholle diese Treue
kündigten. Die Scholle bedeute auch Treue zur Heimat und zum Volk.
1m Anschluß erteilte Pfarrer Ruß der neuen Fahne die kirchliche Weihe. Mit
unserer Fahne wurde auch die Fahne der BJB Nandlstadt geweiht.
Am Kriegerdenkmal vor der Kirche fand sodann ein Libera für die Gefallenen
statt. Toni Beck aus Mittergolding führte in seiner Ansprache aus, man solle
der Toten in der Gemeinschaft gedenken. Mit dem Lied vom "Guten
Kameraden" und der Kranzniederlegung schloß die Feier. Im Herbergslokal
wurde sodann gemeinsam das Mittagsmahl eingenommen.
Prächtig anzusehen war der Festzug am Nachmittag. Es waren folgende
Vereine anwesend: Freiwillige Feuerwehr von Kröning und Jesendorf,
Veteranen verein Triendorf, Paten verein Grafenhaun, die Jungbauernschaften
. von Nandlstadt, Gündelkofen, Jenkofen, Dietelskirchen, Geisenhausen,
Vilsbiburg. Im Zug schritten mit Landrat Dr. HartI, Senator Sturm,
Bürgermeister Gartmeier und Bürgermeister Gmeineder. Im Schulhof wurde
Aufstellung genommen. Hier begrüßte Obmann Meindl alle Anwesenden.
Schirmherr Dr. Hartl mahnte die jungen Leute, immer fest zum Banner zu
stehen. Dann sprach Senator Sturm, der Präsident des Niederbayerischen
Bauernverbandes. Er forderte die Jungbauern auf, die Heimat zu achten und
die Eltern in Ehren zu halten. Mit drei Volkstänzen, einstudiert von
Gundelinde Robold, Kirchberg schloß die Veranstaltung.

Bei der ersten Fahnenweihe der Bayerischen Jungbauernschaft im Landkreis
Landau, die im Rahmen des Kreis-Landjugendtreffens am l.5.1960 stattfand,
war auch für uns ein festliches Ereignis: Die BJB Kirchberg war Patenverein
der BJB Höcking.
Um unseren 10. Jahrtag besonders zu gestalten, hielten wir eine
Farhzeugsegnung und eine Bauernkundgebung ab. Festredner war Udo
Kasparek.
Als am 15. und 16. September 1961 der Niederbayerischen Landjugendtag in
Geisenhausen abgehalten wurde, fehlte die BJB Krichberg nicht. Der
Festumzug stand unter dem Motto "Landwirtschaft im Wandel der Zeit". Die
Kirchberger hatten sich besonders Mühe gemacht und 3 Festwägen gestaltet.
Zwei davon stellten die landwirtschaftliche Entwicklung dar: Gesindebetrieb
1900 - Familienbetrieb 1960. Der Dritte brachte die Gefahren der
Mechanisierung ans Licht.
Eine außerordentliche Mitgliederversammlung wurde am 16.12.1962
einberufen. In einer offenen Aussprache wurden alle Fragen, die in der letzten
Zeit Anlaß zu Auseinandersetzungen gegeben hatten, angesprochen. Man war
sich darüber einig, daß der Bestand der Gruppe nicht davon abhängig gemacht
werden sollte, daß das Versammlungslokal auf einen Mehrheitsbeschluß der
Gruppe hin gewechselt wird. Um etwaigen Spaltungsversuchen, die
Rückwirkungen auf das Eigentum der Gruppe haben könnten, entgegen zu
wirken wurde folgender Beschluß gefaßt:
Soll die Gruppe Kirchberg als einzige Gruppe weiterbestehen, ganz gleich wo
die Versammlungen der Gruppe, entsprechend der obigen Anmerkung,
stattfinden? Von 31 Anwesenden stimmten 29 mit ja und 2 enthielten sich der
Stimme.
Der Gruppe Kirchberg oblag es, als einer der rührigsten in Niederbayern, das
Treffen des Bezirksverbandes der Bayerischen Jungbauernschaft
Niederbayern auszurichten. Verbunden mit dem 15jährigen Gründungsfest
fand dies am 11.7.1965 in Kirchberg statt. Mit Wettkämpfen, Ausstellungen
und musikalischen Darbietungen war ein reichhaltiges Programm geboten.
Mitte 1965 führte man einen freiwilligen Sonntagsdienst ein. Zwei Mädchen
fuhren jeweils am Sonntag in Krankenhäuser oder Altersheime, um einerseits

das Pflegepersonal zu entlasten und andererseits den pflegebedürftigen
Personen zu helfen.
Unsere Mitglieder waren aber nicht nur im eigenen Verein oder der Gemeinde
tätig, sie engagierten sich auch auf Kreis- und Bezirksverbandsebene.
Besonderes Lob und Anerkennung erreichte dabei unser früherer Vorstand,
Jakob Meindl, der 1966 Bezirkskassier wurde und im Winterhalbjahr als
Winterreferent tätig war. Durch sein Bemühen konnte so manche BJB Gruppe
gegründet werden.
Am Sonntag den 18.2.1968 fuhr die Bayerische Jungbauernschaft Kirchberg
zum Tanzwettbewerb der Bayerischen Jungbauernschaft Bezirk Niederbayern,
nach Adldorf im Landkreis Landau. Dabei belegte die BJB Kirchberg mit den
drei Tänzen Hirtamadl, Walzer und Cha-Cha punkte gleich mit der Gruppe
Grafenhaun aus dem Landkreis Landshut den 2. Platz.
Am 13. Dezember 1969 nahm die BJB Kirchberg am Laienspieltag des
Bayerischen Rundfunks mit den Theaterstücken "s'Lieserl vom Berghof" und
dem Einakter "Der Sündenfall" teil, wobei viel Applaus und Begeisterung
auch von den Zuschauern geerntet wurde.

1975 entschied man sich für eine neue Tracht der Mädchen. Dies war auch der
Grund für die Fahrt nach Breitbrunn, verbunden mit dem Stoffkauf für die
Trachten. Und schon am 4. Mai wurde in Litzldofbei Rosenheim die Tracht
der Öffentlichkeit vorgestellt.
Bereits 1975 konnte man auf ein viertel Jahrhundert zurückblicken. Aus diesem
Grund wurde unsere Fahne im Juni renoviert. Am 20. Juli gegen 9.30 Uhr
formierte sich der Kirchenzug, der von der Kapelle Sepp Bauer angeführt
wurde. Pfarrer Johann Gegenfurtner zelebrierte die h1. Messe, die von einer
Rhytrnusband aus Landshut musikalisch umrahmt wurde. Nach dem
gemeinsamen Mittagsessen mit den Ortsvereinen fiel um 13.30 Uhr der
Startschuß zum "Spiel ohne Grenzen" auf dem Sportplatz in Kirchberg. Am
Abend schwang man das Tanzbein.
Mit Erfolg nahm man am 25.April1976 am Tanzwettbewerb in Adldorfteil.
Diesmal führten die Kirchberger den Modetanz Bumb, Walzer und die

Volkstänze Sternpolka und Niederbayerischer Landler auf. So belegten wir in
der Gesamtwertung wieder den beachtlichen 2. Platz.
Die "Weyerer" spielten am Bunten Abend, den 11.2.1977. Sketche und Spiele
wurden von der BJB während der Tanzpausen aufgeführt. Da die Besucher so
schnell in Stimmung waren, brachte man das Programm nicht zu Ende.
Spannend ging es am 24.7. in Magersdorf zu. Es wurde ein Völkerballturnier
nach dem k.o.-System ausgetragen. Die Spielerinnen zeigten eine faire und
kameradschaftliche Spielweise. Nach spannenden Kämpfen holte sich die BJB
Bachhorn unter 8 Mannschaften den 1. Platz.
Das Können des Handarbeitens stellten auch die Mädchen der BJB unter
Beweis. Dazu kamen zahlreiche Mädchen der BJB nach Triendorf um ihre
selbstgestrickten Tischläufer auszustellen und bewerten zu lassen. Frau Hoos,
Handarbeitslehrerin des Gymnasiums Vilsbiburg, Frau Dryer und Frau
Schindlbeck bewerteten die Arbeiten. Die mit viel Mühe und Sorgfalt
gearbeiteten Läufer waren nur schwer zu bewerten. Alle teilnehmenden
Mädchen der BJB Kirchberg belegten Plätze im ersten Drittel.

Als sich Mitte Mai 1987 die BJB für den von der CMA (Centrale
Marketinggesellschaft) ausgeschriebenen Erntekronen- Wettbewerb in
München beim ZLF als erster meldete, ahnte noch niemand die Folgen.
Stellvertretend für den Regierungsbezirk Niederbayern banden wir eine
Erntekrone. Wochenlanges Beschaffen von Getreide verschiedener Arten
(Weizen, zwei- mehrzeilige Gerste, Roggen, Hafer und Triticale) war nur ein
Bruchteil der erforderlichen Arbeiten beim Erstellen dieses Prachtstückes.
Am 17.9. war es dann soweit: Der Präsident des BBV, Gustav Sühler
gratulierte uns zur schönsten Erntekrone Bayerns und überreichte Vorstand
Anton Röhrl die Siegerurkunde. Wir waren stolz darauf, daß beim
Erntedankfest in Kirchberg die Kirche mit der schönsten Erntekrone Bayerns
geschmückt werden konnte. Die Krone wurde auch in Bonn und Berlin
ausgestellt, wo sogar der Bundespräsident auf das "Meisterstück aus
Kirchberg" aufmerksam wurde.

Am 14. und 15. Juli 1990 feierten wir unser 40-jähriges Bestehen. Für den
Heimatabend konnten wir Georg NickI engagieren, der mit witzigen Einlagen
durch den Abend führte. Mit zahlreichen Musikalischen Darbietungen und
humorvollen Sketchen wurde den ehemaligen Landjugendmitgliedern ein
abwechslungsreiches Programm geboten.
Am Festtag konnten rund 30 befreundete Vereine durch Vorstand Stephan
Deubelli begrüßt werden. Schirmherr war der damalige stellv. Landrat Josef
Neumeier.
Mit unserer restaurierten Fahne marschierten wir zum Festgottesdienst, den
Pfarrer Schober für uns feierlich gestaltete. In seiner Predigt ging er
eindrucksvoll auf unseren Verein ein und rief uns auf "Mlitgestalter an
menschenwürdiger Welt" zu sein.
Ein Höhepunkt der Feierlichkeiten war sicher auch der Festumzug am
Nachmittag, zu dem einige Ortsvereine geschmückte Wagen mitgeführt
hatten.
Gut lachen hatten am Sonntag Vorstand Stephan Deubelli und
Mädchenführerin Königbauer Helga. Das Fest ist gut über die Bühne
gegangen und war ein toller Erfolg.
In groben Zügen war dies ein kleiner Einblick in die 60 Jahre Bayerische
Jungbauernschaft Kirchberg.

Ausschnitt aus der Festschrift zum 60jährigen Gründungsfest
der BJB Kirchberg im Jahr 2010.